Wie sieht die Zukunft von Biblis aus und welche Entwicklungen stehen in den kommenden Jahren an? Darüber informierten sich der Bundestagsabgeordnete und Staatsminister a. D. Dr. Michael Meister sowie Manuel Hegemann, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes, bei einem Besuch im Bibliser Rathaus. Im Gespräch mit Bürgermeister Konstantin Großmann standen insbesondere zwei wichtige Themen im Mittelpunkt: die Entwicklung des ehemaligen Kernkraftwerksgeländes und die zukünftige Gestaltung der Ortsmitte.
Biblis als Standort für Zukunftstechnologien
Mit dem geplanten Ausbau des ehemaligen Kernkraftwerksgeländes zu einem der ersten deutschen Laserfusions-Hubs ergeben sich für Biblis große Chancen. Ein Konsortium der Start-ups Focused Energy aus Darmstadt und Marvel Fusion aus München arbeitet gemeinsam mit RWE und wissenschaftlichen Partnern wie der TU Darmstadt an der Entwicklung neuer Fusionsanlagen. Auch Prof. Roth von der TU Darmstadt hat bereits für die Fusionsforschung geworben und die geplante Außenstelle der Universität in Biblis sowie deren zukünftige Aufgaben vorgestellt. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Vorhaben mit bis zu 125 Millionen Euro. Dabei steht die Forschung in Biblis nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Wettbewerb, unter anderem mit Forschungsprojekten in den USA. Für die Gemeinde bietet diese Entwicklung eine große Chance. Mit der Ansiedlung weiterer Unternehmen könnten neue Arbeitsplätze entstehen und Biblis langfristig als Forschungs- und Technologiestandort gestärkt werden. Damit verbunden ist allerdings auch die Aufgabe, frühzeitig für die notwendige Infrastruktur zu sorgen. Insbesondere mit Blick auf zukünftige Beschäftigte müssen entsprechende Wohnmöglichkeiten geschaffen werden. Gleichzeitig soll Biblis auch im Bereich Freizeit und Naherholung weiterentwickelt werden. Denkbar sind beispielsweise zusätzliche Angebote wie Golfplätze, ein Freizeitsee oder eine stärkere Nutzung des idyllischen Naherholungsgebietes am Rhein. „Wir haben hier eine große Chance, Biblis in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln und für die Zukunft gut aufzustellen. Dabei geht es nicht nur um das ehemalige Kraftwerksgelände, sondern um die Entwicklung unserer gesamten Gemeinde“, so der Bürgermeister. Wichtig ist ihm dabei, dass diese Entwicklung keine Aufgabe des Bürgermeisters allein ist. Vielmehr müssen Gemeindeparlament, Verwaltung und Bürgerschaft gemeinsam an der Zukunft von Biblis arbeiten. Neben neuen Einnahmemöglichkeiten geht es auch darum, den Haushalt langfristig zu stärken und die Gemeinde für kommende Herausforderungen gut aufzustellen. Dabei sollen die Bürgerinnen und Bürger aktiv eingebunden werden, unter anderem im Rahmen einer Zukunftswerkstatt, wie sie von der Gemeindevertretung beschlossen wurde.
Ortsmitte weiterentwickeln und Aufenthaltsqualität verbessern
Ein weiteres wichtiges Gesprächsthema war die zukünftige Gestaltung der Ortsmitte von Biblis. Wie auch Manuel Hegemann betonte, soll die Ortsmitte wieder stärker zu einem Ort der Begegnung werden. Ziel ist es, einen Platz zu schaffen, an dem Menschen gerne zusammenkommen, sich austauschen und auch Kinder entsprechende Spielmöglichkeiten finden. Gleichzeitig müssen bei den weiteren Planungen die bestehenden Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. So können aufgrund des Denkmalschutzes nicht sämtliche Gebäude erhalten beziehungsweise verändert werden, wie es aus städtebaulicher Sicht vielleicht wünschenswert wäre. Auch die Wirtschaftlichkeit spielt eine wichtige Rolle. Die Gemeinde muss sorgfältig prüfen, welche Investitionen langfristig tragbar sind und welche Möglichkeiten bestehen, Kosten durch einen möglichen Verkauf der ehemaligen Verwaltung nicht weiter ansteigen zu lassen. Ziel ist es, die Ortsmitte aufzuwerten, ohne den Gemeindehaushalt unnötig zu belasten.
Fördermittel für Sportstätten und weitere Haushaltsplanung
Erfreulich ist zudem, dass Biblis im Rahmen der Bundesförderung zur Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS) berücksichtigt wurde. Dadurch könnte im Ortsteil Wattenheim ein Kunstrasenplatz entstehen, der zukünftig gemeinsam von den Vereinen aus Wattenheim und Nordheim genutzt werden kann. Durch den Wegfall des bisherigen Fußballplatzes in Nordheim könnte an dieser Stelle zudem ein Nahversorger entstehen.
Auch die finanzielle Entwicklung der Gemeinde wurde angesprochen. Der Haushalt für das kommende Jahr soll voraussichtlich bereits im November beraten und möglichst im Dezember beschlossen werden. Damit soll frühzeitig Planungssicherheit für die anstehenden Projekte und Maßnahmen geschaffen werden.
Gemeinsam die Zukunft gestalten
Zum Abschluss des Gesprächs bedankte sich Bürgermeister Konstantin Großmann bei Dr. Michael Meister für seinen Besuch und insbesondere für die Bereitschaft, auch zukünftig als Ansprechpartner für die Anliegen der Gemeinde zur Verfügung zu stehen. Der Austausch machte deutlich, dass Biblis in den kommenden Jahren vor wichtigen Entscheidungen steht, gleichzeitig aber auch große Chancen hat, sich als attraktiver Wohn-, Wirtschafts- und Forschungsstandort weiterzuentwickeln.

