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Abstimmungen

Transplantationsgesetz

Datum Thema Votum
25.05.2012 Transplantationsgesetz Dr. Meister stimmt dem Gesetz zu. Dr. Meister stimmt dem Gesetz zu.
Begründung

Mit der Bereitschaft für Organspenden kann jeder für seine Mitmenschen neue Lebens- und Heilungschancen schaffen. Das Ende der eigenen Existenz wird damit zu einem Neuanfang für andere. Die Organspende ist auch ganz im Sinne der christlichen Nächstenliebe ein Zeichen der Solidarität. Man gibt etwas für einen anderen. Entscheidungen für Organspenden machen unsere Gesellschaft damit auch ein Stück menschlicher und wärmer. Sie zeigen, dass unserer Gesellschaft nicht nur genommen, sondern auch gegeben wird.

In Deutschland warten ca. 12.000 Menschen jedes Jahr auf ein Spenderorgan. Drei von ihnen sterben pro Tag, weil es nicht ausreichend Organspender gibt – und die Warteliste ist lang. Auf der anderen Seite gibt bei dem Thema große Ängste und Vorbehalte in der Bevölkerung. Die (unbegründete) Sorge etwa, man bekäme weniger Hilfe, um zu überleben, wenn man Organspender sei. Dies alles zeigt: Es gibt einen Handlungsbedarf und wir müssen uns Gedanken über die Rahmenbedingungen machen.

Seit einiger Zeit gibt es bereits Diskussionen, wie wir zu mehr Spenderorganen kommen können. In Deutschland wird bekanntlich die sogenannte Einverständnislösung praktiziert. Sie beruht auf dem Gedanken, dass der Spender vor einer Organentnahme stets sein Einverständnis abgegeben haben muss. An diesen Grundgedanken muss aus meiner Sicht weiter festgehalten werden, gleichzeitig ist er jedoch weiterzuentwickeln.

Manche denken an die Einführung einer sogenannten Widerspruchslösung. Sie wird auch in einigen europäischen Ländern praktiziert. Ich lehne diesen Weg entschieden ab. Der Staat darf die Bürger nicht durch Gesetz zunächst zu einer Organspende zwingen, von der sich diese nur durch einen Widerspruch lösen können. Der Staat darf in dieser hochsensiblen und höchst persönlichen Frage niemanden zwingen oder drängen.

Der Staat kann aber den Bürger sehr wohl zu einer Entscheidung für oder gegen Organspende auffordern. Das ist ein großer Unterschied zur Widerspruchslösung.
Insofern bin ich jeder Variante gegenüber aufgeschlossen, bei der der einzelne Bürger zum Thema Organspende gefragt und um Stellungnahme gebeten wird. Der Bürger muss dann die Freiheit haben, mit Ja oder Nein zu antworten oder auch überhaupt nicht zu antworten.

Noch einmal: Grundlage für eine Organentnahme kann in meinen Augen aber immer nur die eigene, dokumentierte und zustimmende Aussage des Betroffenen sein. Eine aktive Willensbekundung bleibt unerlässlich.

Um die Zahl der Organspenden in Deutschland zu steigern, ist es überdies ganz entscheidend, dass die Bevölkerung noch besser und breiter über Organspenden informiert wird. Nur wenn die Bürger über alle wesentlichen Aspekte bei der Thematik umfassend aufgeklärt sind, wird es möglich sein, deutlich mehr Menschen als bisher als Organspender zu gewinnen. Insofern ist es wichtig, dass dem Punkt Information/Aufklärung breiter Raum eingeräumt wird.

Leider wird beim Thema Organspende der Fokus häufig nur auf die ethische Abwägungsfrage gerichtet. Dabei gibt es noch zahlreiche andere Gesichtspunkte, die es zu bedenken gilt, beispielsweise Fragen im Hinblick auf die Infrastruktur bei den Transplantationszentren bzw. -kliniken. So müssen die entsprechenden Häuser eine Menge Dinge vorhalten und einiges an Bürokratie bewältigen.